Noldi Alder, Susanne Bolt, Fabian Müller

Konzertbericht von Albrecht Sieber

Sommerkonzert mit Appenzeller-Musik am 27. August 2017 in der Kirche Maisprach mit Noldi Alder (Hackbrett, Violine und Jodel), Susanne Bolt (Piano, Violine und Jodel) und Fabian Müller (Cello).

Zum letzten Mal hat Margrit Thommen am Sonntag zu einem Konzert in der Kirche Maisprach eingeladen und schliesst damit eine einzigartige Konzertreihe mit Konzerten aus allen Sparten ab. Die zur Tradition gewordenen Konzerte werden uns fehlen.

Margrit Thommen ist es gelungen, einen ganz besonderen Schlusspunkt zu setzen: Noldi Alder. Noldi Alder, der sich in letzter Zeit ‚rar macht’, wie er selbst zugeben musste.

Der Kreis, den Noldi um den Säntis gezogen hat, hatte einen beträchtlichen Radius, mit eingeschlossen waren Wien, Irland und Schottland. Damit kamen alle Fassetten seiner Musik zum Glänzen: Naturjodel, alte und neue Tänze aus der Hannelimusiksammlung (u.a. dr Maispracher), irische und schottische Folksmusik, Salon-Musik aus der Wiener Hochblüte. Auch ein bekanntes Stück aus dem Album für Magdalena Bach (Bach) erklang auf dem Hackbrett. Pippi Langstrumpfs Melodie war in den Zugaben zu finden.

Das ganze Konzert war durchdrungen von Witz und grosser Spielfreude. ‚Vorspiel’ und Begleitung wechselten sich spontan und liessen Platz für Improvisation. Einzelne grossartige Soli (Cello, Geige) wurden eingeflochten, ohne zu dominieren. Besonders in der Salonmusik kommt auch das Klavier (leider elektrisch) so richtig zum Zug. Immer besteht ein enger Kontakt zwischen den Spielern, ein Lachen, ein Augenzwinkern, eine Körperdrehung. In den reinen Streicherstücken wirkt Musik besonders lebendig, werden doch immer wieder eigenwillige Synkopierungen  eingeflochten und der Dynamikumfang wird voll ausgeschöpft.

Was ist Volksmusik? Noldi Alder und seine Mitspieler haben mit diesem Konzert eine wunderbare Antwort gegeben. (as)