Obelbaselbieter Ländlerkapelle

Konzertbericht

 

 

«Quer durch die Notenkiste»

 

Im Jubiläumskonzert zum 45-jährigen Bestehen der Oberbaselbieter Ländlerkapelle (OLK) unter dem Kapellmeister Urs Mangold (Kl, SO) spielen Philipp Rieder (Kl), Thomas Diethelm (Kl, Blockflöte), Vreni Mangold (SO), Stefan Mosimann (SO), Luciano Stampa (B) und Werner Moser (B) «Quer durch die Notenkiste», eine Notenkiste, die sich als grosser Schrankkoffer entpuppt, randvoll gefüllt in den 45 Jahren musizieren, arrangieren, komponieren (über 100 Eigenkompositionen) und sammeln.

 

Zur Einstimmung erklingen die Klarinetten ganz vorsichtig und verträumt. Mit «Guete Sunntig mitenand» begrüsst Urs Mangold seine zum Teil weit hergereiste, treue Zuhörerschaft. Er erzählt vom Beginn seiner Musikantenlaufbahn und stellt das Programm vor. Von A, alte Baselbieter Tänze, bis Z, Zugabe. Ein erstes Beispiel ist der «Maispracher Walzer». Die Orinalfassung mit Blockflöte und Schwyzerörgeli wird der Bearbeitung der OLK gegenübergestellt. Ein zierliches Flötensolo und ein Mollteil ist eingebaut – das isch Muusig! Aus der Hanneli-Musigsammlung folgen der «Agnes-Schottisch» und die Kreuzpolka «Schoreniggeli» (Binninger Dorfmusik) in der Bearbeitung von Urs Mangold.

 

In den Tanzdarbietungen der Familie Wirth wird die Musik in Bewegung umgesetzt, die Musikanten übernehmen zusätzlichen Schwung. Das Wirken der Trachtengruppen hat auch sonst Einfluss auf die Musik. So wurde aus dem Ländler «Gutzifrässer» das Tanzstück «Rund um de Griffesee». Mit dem «Bölche Gspängst» startet eine musikalische Tour de Suisse mit vielen Grenzverletzungen. Nach der ersten Etappe wird der Koffer geöffnet und Urs Mangold erfrischt seine Kapelle mit einem Schluck Wein. Und Margrit Thommen überrascht mit einem Geburtstagskuchen mit 45 Mohrenköpfen. Nach diesem Intermezzo sind alle wieder «voll dra». Im «Miltärmarsch Nr. 1» von Franz Schubert hat die Bearbeitung von Thomas Diethelm das Preussische vertrieben und lässt eine neue Seite der Kapelle glänzen, welche auch im Abstecher nach Finnland mit «Waldblume» und «Märchenwald» zu erkennen ist. Der Tango «Petite Fleur» als Geschenk für die Konzertveranstalterin Margrit Thommen bildet den Programmschluss, der natürlich noch kein Schluss ist, denn die Zuschauer möchten mehr.

 

 Wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten Konzerte in der Kirche Maisprach, am 28. August 2016 mit «Pflanzplätz» (Volksmusik) und am 8. Januar 2017 mit Mundart-Liedern von und mit Florian Schneider.

 

Albrecht Sieber