Balthasar Streiff - Soloprogramm

Konzertbericht

Winterkonzert mit Balthasar Streiff

 

Am Sonntagabend fand sich ein grosses Publikum in Maisprachs wunderschöner Kirche ein, um sich vom Hornbläser, Sänger, Glöckenläuter und Sprachperformer Balthasar Streiff verzaubern zu lassen. Er nahm uns mit auf einen spannenden Streifzug durch die Landschaft seiner vielen Hörner, und Glocken: Alphorn, Büchel, Kuhhorn, Geisshorn, Yakhorn und ein „Horn“ aus einer Alge, die mit Sand gefüllt erstarrt ist. Diesem lassen sich wunderschöne, elegante Töne entlocken! Bevor er das Alphorn zu spielen begann, entfaltete Balthasar Streiff ein wahres sprachliches Feuerwerk durch die amüsante Aufzählung wohl sämtlicher Schweizer Berggipfel! Eine wahnwitzig rasante, rhythmisch komponierte und schier endlose Aneinanderreihung bekannter und vieler unbekannter Bergnamen! Manchmal hätte ich diese Namen gerne besser verstanden, sie sind alle so schön! Beim Büchel, einem gebogenen Alphorn, entfaltete er eine fulminante, sehr unterhaltsame, spielerisch-linguistische Lektion zur Verwandtschaft unzähliger Wörter mit Büchel, Bügel, Flügel Bauch Buckel, Pickel, Backe, Bühl – eben alles, was gebogen ist, tauchte auf. Das anschliessende Spiel darauf mit gleichzeitigem Obertongesang war kunstvoll und eindrücklich. Das Kuhhorn von der „Blüemli“ inspirierte Streiff zur genussvollen Nennung der schönsten Kuhnamen – alles Damen selbstverständlich! Immer wurden die Instumente auch gespielt. So entfaltete sich der Abend von einem Instrument zum andern, exploriert, gespielt, und mit einfallsreichen und anspruchsvollen sprachlichen Einlagen verbunden. Zu jedem Horn erzählte uns Streiff wortgewandt und originell jeweils die ganz spezielle Geschichte, mal lustig, mal staunenswert, mal traurig. Anschliessend wurde das Horn dann gespielt.

Es war ein unterhaltsamer, gut komponierter Abend. Noch schöner wäre er gewesen, wenn Balthasar Streiff der Klangentfaltung seiner Instrumente mehr Raum geschenkt hätte. Das Publikum war begeistert von Steiffs Performance. Zum Abschied gab's dann noch ein Alphornzückerchen.

 

Dorothea Ernst